Stimmen aus der Praxis
Wie sie zu ihrer Ausbildung kamen und wie sie ihren Beruf sehen, berichten drei junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der VOLKSWOHNUNG GmbH, einer großen kommunalen Wohnungsbaugesellschaft in Karlsruhe (Baden-Württemberg).
Im Gespräch:

Wie kamt ihr auf die Idee, eine Ausbildung in der Immobilienbranche zu machen?
Marcus: Ich wollte nach dem Abi eine kaufmännische Ausbildung machen, weil ich einen Beruf suchte, in dem man mit Menschen zu tun hat. Das ist in der Immobilienwirtschaft absolut der Fall.
Peggy: Ich war zunächst unentschieden zwischen einer kaufmännischen Lehre und einer Ausbildung zur Bauzeichnerin. Immobilienkauffrau hat mir besser gefallen, weil der Beruf vielschichtiger ist und man sehr viele verschiedene Tätigkeitsfelder kennen lernt.
Stephanie: Bei mir war es ähnlich. Meine Mutter ist in der Immobilienbranche und mein Vater im Automobilbereich tätig. Ich habe in beiden Branchen ein Praktikum gemacht. Zum Schluss fand ich die Ausbildung zur Immobilienassistentin, wie sie mir die VOLKSWOHNUNG bot, einfach interessanter.
Haben sich eure Erwartungen bisher erfüllt?
Peggy: Ja! Wobei ich sehr froh bin, dass ich wirklich alle geforderten Bereiche auch in der Praxis kennen lernte, wie den Wohnungsmarkt oder den Markt für Gewerberäume, Vermietung und Verwaltung ebenso wie Neubau und Verkauf. Die Ausbildung ist breit angelegt, mit Stationen von der Mieterbetreuung bis hin zur organisatorischen Unterstützung im Geschäftsleitungsbüro.
Marcus: Immobilienassistent ist kein Beruf, der so trocken ist, wie es vielleicht klingt. Man darf sich das nicht als reinen Schreibtischjob vorstellen. Die Betreuung von Mietern, von Wohnungseigentümern oder Kaufinteressenten findet ja nicht nur per Telefon statt. Man besucht die Mieter in deren vier Wänden. Dabei erlebt man sehr unterschiedliche Lebensverhältnisse, kriegt eine Masse Menschenkenntnis und sammelt Erfahrungen.
Stephanie: Vielseitig ist die Ausbildung auf jeden Fall. Im Laufe meiner bisher zweijährigen Ausbildung habe ich bereits alle Abteilungen der VOLKSWOHNUNG einmal durchlaufen. Auch die Tochtergesellschaften wurden dabei einbezogen.
Was hat euch besonders gut gefallen?
Marcus: Wir haben zum Beispiel auch in der Bauabteilung gearbeitet und sind von den Architekten und Bauingenieuren richtig in die Planung und Bauleitung eingewiesen worden. Das ist natürlich Klasse, wenn man erklärt bekommt, wie eine Wohnung oder ein Reihenhaus sinnvoll aufgeteilt wird und man dann in Gummistiefel über die Baustelle tigert und sieht, wie die Pläne Gestalt annehmen. Wir haben sogar ein Probehaus geplant, um mal selber zu erleben, an was man alles denken muss.
Peggy: Im Rahmen der Ausbildung in der Vertriebsabteilung zum Beispiel mussten wir Kaufinteressenten beraten, welche Wohnungen/Häuser für sie besonders geeignet wären oder was der beste Grundriss für ihre Ansprüche ist. Und Controlling und Buchhaltung ist auch viel interessanter als man im ersten Moment denkt. Wir haben eine Menge über Betriebswirtschaft, Steuern, Versicherungen und Unternehmensführung gelernt. Das reicht sogar bis hin zur Finanzierungsplanung.
Stephanie: Was ich gut finde ist, dass ich von Anfang an Aufgaben selbständig erledigen musste und dabei immer mehr in den Job hineingewachsen bin.
Aus welchen Elementen besteht eure Ausbildung?
Marcus: Die VOLKSWOHNUNG bildet generell Immobilienkaufleute mit der Zusatzqualifikation Immobilienassistent/in aus. Das entspricht der Ausbildung zu Immobilienkaufleuten mit zusätzlichen Inhalten des Bank- und Versicherungskaufmanns. Es werden zwei Abschlussprüfungen durchgeführt. Das ist eine Besonderheit in Baden-Württemberg. Die Einstellungsvoraussetzung hierfür sind Abitur oder Fachabi.
Stephanie: Im ersten und zweiten Lehrjahr durchläuft man alle Abteilungen. Im dritten Jahr geht es dann zurück in bestimmte Abteilungen, weil man für manche Aufgaben einfach mehr Wissen aus anderen Bereichen braucht. Die begleitende Berufsschule findet als Blockunterricht statt.
Peggy: Zusätzlich können wir, wie die anderen Kolleginnen und Kollegen, an firmeninternen Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen. Ich muss sagen, dass man sich bei der VOLKSWOHNUNG intensiv um die Auszubildenden kümmert. Dafür werden von uns allerdings auch gute Leistungen und gute Abschlüsse erwartet.
Wie ist die Betreuung der Azubis in eurem Betrieb geregelt?
Stephanie: In jeder Abteilung gibt es eine/n Ausbildungs-Beauftragte/n, der/die sich um unsere Belange kümmert. Vierteljährlich gibt es eine Azubi-Sitzung, wo wir Lehrlinge und die Personalleiterin zu einer Besprechung zusammenkommen. Auch die Azubi-Beauftragten treffen sich regelmäßig.
Was ist eurer Meinung nach wichtig für diesen Beruf?
Peggy: Man braucht auf jeden Fall eine gewisse Aufgeschlossenheit gegenüber Menschen. Wir haben ja mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun.
Marcus: Dabei spielt natürlich auch eine Rolle, dass unser Arbeitgeber einen speziellen Auftrag zu erfüllen hat, nämlich alle nachfragenden Personengruppen in Karlsruhe mit angemessenem Wohnraum zu versorgen. Da braucht man einfach ein gewisses Maß an sozialer Kompetenz. Wenn also im Freundeskreis einer mal lästert: „Na du Immobilien-Hai“ – das hat mit unserem Beruf absolut nichts zu tun.

